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Attraktiven Arbeitgebern gehört die Zukunft!

Geschrieben von
Günter Möller
Veröffentlicht am
28.03.2026

Die betriebliche Gesundheitsfürsorge und die Nutzung einer bKV ist ein wichtiger Baustein zur Steigerung der Attraktivität eines Arbeitgebers. Dies allein stellt aber noch kein überzeugendes Arbeitgebermarkenkonzept dar. Welchen Nutzen eine starke Arbeitgebermarke besitzt und wie man eine relevante Arbeitgebermarke wird, beschreibt der Markenexperte Günter Moeller in seinem nachfolgenden Beitrag.

Warum eine Arbeitgebermarke unverzichtbar ist

Vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels kommt der Entwicklung und Führung einer starken Arbeitgebermarke eine unverzichtbare Aufgabe zu. Ziel einer Arbeitgebermarke ist es, das Unternehmen als attraktiven und zukunftssicheren Arbeitgeber zu positionieren und von anderen Wettbewerbern auf dem Arbeitsmarkt positiv abzuheben. Es geht im Wesentlichen um die Beantwortung der zentralen Frage: „Warum sollte ein talentierter Mensch ausgerechnet bei uns anheuern und wie schaffen wir es, unsere Mitarbeiter zu halten?“

1. Die übergeordneten Ziele der Arbeitgebermarke

1.1 Gewinnung von Top-Talenten

In einem Arbeitsmarkt, in dem Fachkräfte oft den Arbeitgeber aussuchen können, müssen Unternehmen aktiv um die besten Kandidaten werben. Eine starke Arbeitgebermarke erhöht die Zahl und Qualität der Bewerber, verkürzt die Besetzungszeit und reduziert die Rekrutierungskosten.

1.2 Bindung von Mitarbeitern

Es ist nachweislich immer teurer, neue Mitarbeiter zu finden und einzuarbeiten, als bestehende zu halten. Eine authentische Arbeitgebermarke, die keine falschen Versprechungen macht, führt zu höherer Zufriedenheit und geringerer Kündigungsrate. Zufriedene Mitarbeiter werden zu den glaubwürdigsten Markenbotschaftern des Unternehmens.

1.3 Steigerung von Engagement und Motivation

Wer sich mit dem Unternehmen und seinem Arbeitsauftrag verbunden fühlt, ist motivierter und eher bereit, sich über die Pflichtaufgaben hinaus zu engagieren. Eine wertschätzende Führungs- und Arbeitskultur fördert ein positives Arbeitsklima, was sich direkt auf die Leistung auswirkt.

1.4 Stärkung der Unternehmensmarke insgesamt

Die Arbeitgebermarke und die Unternehmensmarke beeinflussen sich gegenseitig. Ein Unternehmen, das als exzellenter Arbeitgeber bekannt ist, wird oft auch als kundenfreundlicher und vertrauenswürdiger wahrgenommen. Eine starke Unternehmens- und Führungskultur fördert loyale Mitarbeiter, die helfen, wirtschaftlich schwierige Zeiten zu überstehen.

2. Eine attraktive Arbeitgebermarke ist planbar!

Schritt 1: Analyse der Arbeitgeberstärken und Schwächen

Wie bei jeder Strategieentwicklung, so startet auch die Erarbeitung einer Arbeitgebermarke mit einer selbstkritischen Bestandsaufnahme. Im Mittelpunkt stehen: Mitarbeiterzufriedenheit und Identifikation, Stärken und Schwächen des Arbeitgebers, sowie das Unternehmensimage. Themen wie Unternehmenswerte und Kultur, Führungswerte, Organisation, Karrieremöglichkeiten und Fringe Benefits sollten im Rahmen einer anonymen internen Befragung beleuchtet werden.

Schritt 2: Entwicklung eines Leitbildes für die Arbeitgebermarke

Das Versprechen der Arbeitgebermarke (Employer Value Proposition = EVP) sollte auf klar formulierten Stärken und Werten basieren. Es sollte glaubwürdig, authentisch und unverwechselbar sein. Wesentliche Inhalte umfassen: sinnstiftenden Arbeitsauftrag, Unternehmens- und Führungswerte, Arbeitsorganisation, Karrieremöglichkeiten sowie Fringe Benefits wie die bKV.

Schritt 3: Umsetzung des Arbeitgebermarkenleitbildes

Die beste Strategie ist immer nur so gut wie ihre Umsetzung. Sobald das Arbeitgebermarkenleitbild vorliegt, muss es zunächst intern implementiert und kommuniziert werden. Erst wenn alle Führungskräfte und Mitarbeitenden das Leitbild verstehen, kann die Arbeitgebermarke im Rekrutierungsprozess glaubwürdig eingesetzt werden. Bewährte Medien für die externe Kommunikation sind: Website-Karrierebereich, Stellenanzeigen, Social Media (LinkedIn, Instagram, TikTok), Mitarbeiter-Testimonials und Bewertungsplattformen wie Kununu.

Zusammenfassung

Es sind gut qualifizierte, motivierte und engagierte Mitarbeiter, die den Erfolg eines Unternehmens maßgeblich treiben. Wer die aufgezeigten Schritte selbstkritisch und aktiv angeht, wird mit folgenden Benefits belohnt: Aufmerksamkeit als attraktiver Arbeitgeber, stärkere Mitarbeiterbindung, effizienter Rekrutierungsprozess sowie eine nachhaltig erfolgreiche Personal- und Unternehmensentwicklung.

Der Autor dieses Blogbeitrags ist Gründer und Geschäftsführer von Herrmann, Moeller und Partner – einer Strategieberatung, die seit über 30 Jahren Unternehmen in allen Fragen der strategischen Unternehmens- und Markenentwicklung unterstützt. Günter Moeller ist zudem Mitglied des Beirats von Faktor Mensch.