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Die Krise als Führungsaufgabe: Wie Unternehmen trotz Sparwelle die Motivation stärken können - und welche Rolle hierbei der bKV zukommt.

Geschrieben von Tim Bütecke

Geschäftsführer

  • Veröffentlicht am
  • 5 Min. Lesezeit
Inhalt1. Was macht Personalabbau mit den Mitarbeitenden, die bleiben?

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Personalabbau leiden die verbleibenden Mitarbeitenden oft unter dem „Survivor-Syndrom“: Angst, sinkende Motivation und Überlastung.
  • Motivation in der Krise braucht radikale Transparenz, psychologische Sicherheit und eine Führung, in der Fördern wichtiger ist als Fordern.
  • Das betriebliche Gesundheitsmanagement sollte gerade in Krisenzeiten nicht gestrichen werden.
  • Eine bKV sendet das Signal „Hier wird die Zukunft mit den besten Kräften abgesichert“ und hilft mit Leistungen zur mentalen Gesundheit gegen steigenden Stress.

Wenn Stellen auf allen Ebenen gestrichen werden, hinterlässt das in den Belegschaften tiefe Spuren. Zurückbleibt die sogenannte „Survivor-Belegschaft“ – also jene Mitarbeitenden eines Unternehmens, die nach einer Phase des Personalabbaus ihren Arbeitsplatz behalten dürfen – jedoch unter dem ständigen Druck der Zukunftsangst.

Wie schafft man es als Unternehmen in solch einer Phase, die Leistungsbereitschaft und Motivation nicht komplett einbrechen zu lassen? Und warum könnte ausgerechnet die betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV) der Schlüssel zu mehr mentaler Stärke und Leistungsbereitschaft sein? Dieser Frage geht der folgende Blogbeitrag nach.

1. Was macht Personalabbau mit den Mitarbeitenden, die bleiben?

Massenentlassungen sind selten das Ergebnis einer einzigen Krise: steigende Lohnkosten, internationaler Wettbewerbsdruck, geopolitische Verwerfungen und in der Konsequenz harte, aber auch überfällige Restrukturierungen. Die Komplexität der Herausforderungen verschärft den wirtschaftlichen Druck und treibt massive Kostensenkungsprogramme voran. Und weil Personalkosten zu den größten Kostenblöcken zählen, greifen viele Entscheider beim Personal an.

Wenn Unternehmen massiv Stellen abbauen, ergeben sich typische Herausforderungen für die verbleibenden Mitarbeitenden:

  • Hohe emotionale Belastungen: Die verbleibenden Mitarbeitenden leiden häufig unter dem sogenannten „Survivor-Syndrom“. Es ist geprägt von Schuldgefühlen gegenüber entlassenen Kollegen, Angst vor weiteren Kündigungen und Misstrauen ggü. dem Management.
  • Sinkende Motivation & Leistungsbereitschaft: Durch den Verlust des Teamgeists und die oft unklare Zukunftsperspektive sinkt die Produktivität und Arbeitszufriedenheit – zum Teil massiv.
  • Überlastung (Work Overload): Da die Aufgaben der entlassenen Kolleginnen und Kollegen meist auf die verbleibenden Kräfte verteilt werden, steigt der Arbeitsdruck deutlich an. Demotivierende Stressbelastungen nehmen unweigerlich zu.

Zugleich zeichnen aktuelle Arbeitsmarkt- und HR-Studien ein paradoxes Bild: Das Engagement und die Leistungsbereitschaft deutscher Arbeitnehmer fällt im europäischen und weltweiten Vergleich weiter ab. So zeigt die aktuelle Gallup Studie „State of Global Workforce 2026“, dass im Jahr 2025 gerade einmal 20 % der Beschäftigten hoch motiviert war.

Wenn Beschäftigte ihre Leistung zurückhalten, ist das meistens eine Reaktion auf das Umfeld: z.B. mangelnde strategische Orientierung in der Krise, ein zu hohes Stresslevel und/oder eine schwache Führung. Vor diesem Hintergrund lässt sich auch ein direkter Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Leistungsbereitschaft und die im internationalen Vergleich hohen durchschnittlichen Fehltage in der bundesdeutschen Wirtschaft (ca. 20 Fehltage pro Mitarbeitenden) erklären.

Wie schafft man es in solch einer Phase, die Leistungsbereitschaft und Motivation hoch zu halten? Und welche Rolle kann in diesem Zusammenhang das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) für mehr mentale Stärke, Motivation und Leistungsbereitschaft übernehmen?

2. Wie Motivation in Umbruchzeiten (Krisen) gelingt.

Um ein Unternehmen nach einer Restrukturierung erfolgreich in die Zukunft zu führen, braucht es vor allem hoch motivierte und leistungsbereite Mitarbeitende. Geschäftsleitung und Führungskräfte müssen dringend hierfür die notwendigen Voraussetzungen schaffen, denn in Krisenzeiten zählen vor allem wertschätzende und identitätsstiftende Maßnahmen mehr denn je. Folgende Aktivitäten sind hierbei unerlässlich:

Radikale Transparenz schaffen

Nichts schadet der Motivation so sehr wie Ungewissheit. Wenn das Management schweigt, füllt der Flurfunk die Lücken mit Gerüchten und Negativszenarien – jedoch selten mit einer motivierenden Zukunftserzählung.

Lösungsansatz: Offene Kommunikation! Warum ist die Restrukturierung notwendig gewesen? Wie sieht das Zukunftsbild für das Unternehmen aus? Welche Rollen kommen den verbleibenden Beschäftigten zu? Nur wenn Mitarbeitende den Sinn hinter Veränderungsmaßnahmen verstehen, bringen sie Verständnis und Leistungsbereitschaft auf.

Psychologische Sicherheit aufbauen und aktiv führen

Mitarbeitende, die unterschwellig Angst um ihren Arbeitsplatz haben, riskieren nichts. Sie verharren im "Dienst nach Vorschrift" Modus mit der Folge, dass Innovationen ausbleiben und die Produktivität sinkt.

Lösungsansatz: Gerade in unruhigen Zeiten benötigen Unternehmen eine offene Fehlerkultur. Erst wenn Fehler als Lernchancen und nicht als Kündigungsgrund erlebt werden, kehrt Mut, Kreativität und Leistungsbereitschaft zurück. Es geht im Kern um eine Führungskultur, in der FÖRDERN wichtiger ist als FORDERN.

Die Gesundheit von Mitarbeitenden nachhaltig stärken

Ein permanent hoher Arbeitsdruck und die unterschwellige Angst vor dem Jobverlust hinterlassen Spuren. Mitarbeitende kommen so schnell an ihre Belastungsgrenzen. Oft steigen Krankenstand und Fluktuation.

Lösungsansatz: Das betriebliche Gesundheitsmanagement darf weder als „Nice-to-have“ verstanden noch in Krisenzeiten gestrichen werden. Regeneration und Prävention sind unabdingbare Voraussetzungen für leistungsstarke und hochmotivierte Teams. Unternehmen, die in die mentale und physische Gesundheit ihrer Mannschaft investieren, sind nicht nur attraktiver, sondern auch nachweislich wirtschaftlich erfolgreicher.

3. Warum die betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV) gerade in Krisenzeiten die Motivation stärkt:

„Maßgeschneiderte Gesundheitskonzepte zählen zu den effektivsten Maßnahmen zur Stärkung der physischen und mentalen Gesundheit. Sie sichern die Leistungsfähigkeit von Teams und vermitteln eine echte und nachhaltige Wertschätzung.“ (Svea Bielert, CEO FRIEDERBARTH, Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung).

Betriebliches Gesundheitsmanagement umfasst alle Maßnahmen, die die Gesundheit der Beschäftigten erhalten und fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, steht das BGM auf drei Säulen: Arbeitsschutz und betriebliches Eingliederungsmanagement sind gesetzlich vorgeschrieben. Sie schützen vor Unfällen und helfen nach längerer Erkrankung zurück in den Beruf.

Den freiwilligen Teil fasst die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zusammen. Hierzu zählen u.a. die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, flexible Arbeitszeiten, aber auch die betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV), die nachweislich den größten Effekt auf eine nachhaltige mentale und physische Gesundheitsvorsorge und Versorgung hat. Gerade in einem auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnittenen Gesundheitskonzept liegt die eigentliche Wirkung des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Krisenzeiten. Es steigert die Wertschätzung und Motivation ebenso wie die Leistungsbereitschaft und Produktivität aller Mitarbeitenden - nicht zuletzt durch eine deutliche Reduzierung von Fehlzeiten & Fluktuationsraten.

Es ist vor dem Hintergrund aufgeführter Personalherausforderungen nachvollziehbar, dass in den vergangenen Monaten die betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV) einen regelrechten Boom erfährt. Auf der einen Seite erwarten über 70 % der Beschäftigten mehr Wertschätzung, Respekt und Wohlbefinden im Job. Auf der anderen Seite erkennen immer mehr Unternehmen die hohe wirtschaftliche Effizienz maßgeschneiderter Gesundheitskonzepte auf Basis der bKV.

Warum die bKV gerade in Krisenzeiten unverzichtbar ist

Die bKV ist eine vom Arbeitgeber finanzierte private Zusatzversicherung für die Belegschaft. In Zeiten von Sparmaßnahmen und hohen mentalen und physischen Belastungen für Mitarbeitende, ist sie aus strategischer Sicht eines der wirksamsten Bausteine im strategischen und operativen Personalmanagement.

Wenn Unternehmen nach einer einschneidenden Restrukturierung in die Gesundheit der verbleibenden Mannschaft investieren, senden sie ein psychologisch überaus wichtiges Signal: Sie wandeln das Narrativ von „Hier wird nur gespart“ um in „Hier wird die Zukunft mit den besten Kräften abgesichert“.

Zudem reduziert die bKV ein nicht zu unterschätzendes Problem von ‚Survivor-Belegschaften‘: den steigenden Stresspegel und die damit zusammenhängenden mentalen Stressbelastungen. Zahlreiche Versicherungsgesellschaften haben in den vergangenen Jahren mit präventiven Leistungen im Bereich der mentalen Gesundheit reagiert. Grundsätzlich lassen sich diese in präventive Maßnahmen, Soforthilfen in Krisen und akute Behandlungen unterteilen. Das schützt die verbleibenden Mitarbeitenden vor Burnout-Syndromen (z.B. durch Arbeitsverdichtungen) und Unternehmen vor langen Ausfallzeiten Ihrer Kernbelegschaft.

Die nachfolgende Auflistung fasst die wesentlichen Vorteile einer bKV in Krisen-, bzw. Umbruchzeiten zusammen:

Vorteile einer bKV in einer Krise

Vorteil für MitarbeitendeNutzen für das Unternehmen
Fürsorge & Wertschätzung in der Krise: Die bKV als positives psychologisches Signal nutzen: Ganz nach dem Motto: „Wir investieren in Deine Gesundheit und planen mit Dir die Zukunft unseres Unternehmens“.Loyalität & Leistungsbereitschaft: Wertschätzung, die direkt ankommt und nachweislich loyalitätsfördernd und motivierend wirkt. Zugleich stärkt die bKV das Unternehmensimage sowie die Arbeitgeberattraktivität.
Keine Gesundheitsprüfung & Sofortschutz: keine langen Wartezeiten, keine Gesundheitsprüfung. Auch Vorerkrankte werden ohne Aufschläge versichert – ein unschätzbarer Wert für ältere oder vorbelastete Angestellte.Senkung von Fehlzeiten bis zu 25 %: Durch Vorsorgebudgets und schnellen Zugang zu privaten Fachärzten werden Mitarbeitende schneller gesund oder erst gar nicht krank. Das senkt Ausfallzeiten und erhöht die Produktivität
Spürbarer Sofort-Nutzen: Schnelle Facharzttermine zur Prävention oder Behandlung akuter Erkrankungen. Mit über 300 Gesundheitsleistungen erhalten Mitarbeitende genau die privatärztlichen Leistungen, die sie auch wirklich benötigen.Hoher Return on Investment (ROI): Mehrfacher wirtschaftlicher Hebel: bKV zählt zu den Sachleistungen und ist bis 50.- EUR/Mt. steuer- und sozialabgabenfrei; weitaus höherer Nettonutzen ggü. einer Gehaltserhöhung, bei Reduzierung von nur 1 Fehltag pro MA/Jahr amortisiert sich die bKV vollständig.

Personalabbau, hoher Wettbewerbs-und Kostendruck sind für jedes Unternehmen eine Zerreißprobe. Doch die Leistungsbereitschaft und Gesundheit der verbleibenden Teams entscheidet darüber, ob der Turnaround gelingt oder das Unternehmen weiter in die Krise rutscht und dort stecken bleibt.

Wer jetzt nur auf Druck setzt, verliert seine Leistungsträger durch innere oder tatsächliche Kündigungen. Wer stattdessen auf transparente Führung, emotionale Entlastung und intelligente, wertstiftende Benefits wie die bKV setzt, baut sich eine resiliente, loyale und gesunde Belegschaft für die Zukunft auf – das unverrückbare Fundament einer positiven Unternehmensentwicklung.

Quellen:

›     Appelbaum, S. H., Delage, C., Labib, N., & Gault,G. (1997): The Survivor Syndrome: Aftermath of Downsizing. Career Development International

›     Amy Claire Edmondson (2018): The Fearless Organization: Creating Psychological Safety in the Workplace for Learning, Innovation, and Growth.

›    DAK-Gesundheitsreport 2025 und AOK-Fehlzeiten-Report 2025

›     https://www.gallup.com/workplace/349484/state-of-the-global-workplace.aspx

Hinweis:

FAKTOR MENSCH hat die Inhalte des Blogbeitrags mit größtmöglicher Sorgfalt recherchiert und erstellt. Die Informationen dienen als Orientierungshilfe und sollen dem Leser eine erste Auskunft über die Gesundheitsreform geben. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir dennoch keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen können.

Geschrieben von

Tim Bütecke

Geschäftsführer

  • Geschäftsführer der Faktor Mensch GmbH
  • Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO (Vermittlerregister D-RYGZ-3H9PE-55)

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