Statistik
Krankenstand in Deutschland: aktuelle Zahlen 2026
Wie viele Krankheitstage sind normal, warum unterscheiden sich die Zahlen je nach Quelle, und was kostet der Krankenstand Unternehmen? Die wichtigsten Statistiken auf einen Blick, mit Quellen.
InhaltKrankenstand 2025 in Zahlen
Auf einen Blick
Krankenstand 2025 in Zahlen
- Krankheitstage je Arbeitnehmer
- 14,6
- Krankheitstage je Arbeitnehmer
- Arbeitstage im Jahr 2025, alle Beschäftigten
- Quelle: Destatis/IAB
- Fehltage je DAK-Versicherten
- 19,5
- Fehltage je DAK-Versicherten
- Kalendertage 2025, Krankenstand 5,4 %
- Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2026 (IGES)
- Fehltage je TK-Erwerbsperson
- 18,6
- Fehltage je TK-Erwerbsperson
- Kalendertage 2025, Vorjahr 19,1
- Quelle: Techniker Krankenkasse
- Produktionsausfall 2024
- 134 Mrd. €
- Produktionsausfall 2024
- Lohnkosten durch Arbeitsunfähigkeit, 227 Mrd. € Ausfall an Bruttowertschöpfung
- Quelle: BAuA, zitiert nach KBV
Wie hoch ist der Krankenstand in Deutschland?
Beschäftigte in Deutschland waren 2025 im Schnitt an 14,6 Arbeitstagen krankgeschrieben (Statistisches Bundesamt, Arbeitszeitrechnung des IAB). 2021 waren es noch 11,2 Tage, der Tiefstand lag 2007 bei 8,1 Tagen. Destatis erfasst dabei nur Krankmeldungen über drei Tage; die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.
Der Sprung seit 2022 hat einen wichtigen technischen Grund: die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Seit Januar 2022 melden Praxen Krankschreibungen direkt an die Krankenkasse. Vor allem kurze Krankschreibungen, die früher nie bei der Kasse ankamen, tauchen seitdem in der Statistik auf. Ein Teil des Anstiegs ist also bessere Erfassung, kein kränkeres Deutschland.
Seit 2023 bewegt sich der Krankenstand auf hohem Niveau seitwärts: Die DAK meldet für 2025 einen Krankenstand von 5,4 Prozent wie im Vorjahr, die TK einen leichten Rückgang von 19,1 auf 18,6 Fehltage.
Vergleich der Quellen
Warum die Zahlen je nach Quelle abweichen
Destatis zählt Arbeitstage aller Beschäftigten und erfasst nur Krankmeldungen, die länger als drei Tage dauern. Die Krankenkassen zählen Kalendertage (inklusive Wochenenden) aller Krankschreibungen ihrer eigenen Versicherten. Deshalb liegen die Kassenwerte höher – beide Angaben stimmen.
| Quelle | Jahr | Krankheitstage je Person | Zählweise |
|---|---|---|---|
| Statistisches Bundesamt (IAB) | 2025 | 14,6 | Arbeitstage, alle Beschäftigten, nur Krankmeldungen über 3 Tage |
| DAK-Gesundheit | 2025 | 19,5 (Krankenstand 5,4 %) | Kalendertage, DAK-versicherte Beschäftigte |
| Techniker Krankenkasse | 2025 | 18,6 | Kalendertage, TK-versicherte Erwerbspersonen |
Die häufigsten Ursachen für Krankheitstage
Drei Diagnosegruppen verursachen den Großteil der Fehltage:
- Atemwegserkrankungen wie Erkältungen, Grippe und Bronchitis: bei der TK 3,86 Fehltage je Erwerbsperson (Januar bis November 2025).
- Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen: 3,47 Fehltage bei der TK; bei der DAK stiegen sie 2025 um 6,9 Prozent auf rund 366 Fehltage je 100 Versicherte.
- Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen: 2,40 Fehltage bei der TK.
Psychische Erkrankungen fallen besonders ins Gewicht, weil eine einzelne Krankschreibung oft Wochen dauert. Sehr lange Krankschreibungen über 42 Tage machten bei der DAK 2,5 Prozent aller Krankschreibungen aus.
Wie viele Krankheitstage pro Jahr sind normal?
Als Orientierung: Im Durchschnitt fehlen Beschäftigte rund 15 Arbeitstage im Jahr, gemessen in Kalendertagen der Krankenkassen 18 bis 20 Tage. Ein großer Teil der Beschäftigten liegt deutlich darunter, wenige lange Erkrankungen ziehen den Durchschnitt nach oben. Knapp zwei Drittel der DAK-versicherten Beschäftigten hatten 2025 mindestens eine Krankschreibung.
Für Ihr Unternehmen sagt der eigene Verlauf mehr als der Bundesschnitt: Branche, Altersstruktur und Art der Arbeit beeinflussen den Krankenstand stark. Im Gesundheitswesen lag er bei der DAK 2025 mit 6,2 Prozent am höchsten.
Krankenstand berechnen: Formel und Beispiel
Die Krankenquote (Fehlzeitenquote) setzt die Krankheitstage ins Verhältnis zu den Soll-Arbeitstagen:
Krankenquote in % = Krankheitstage ÷ Soll-Arbeitstage × 100
Beispiel: Ein Team mit 20 Mitarbeitenden hat im Jahr zusammen 300 Krankheitstage bei je 220 Soll-Arbeitstagen. 300 ÷ (20 × 220) × 100 = 6,8 Prozent. Je Kopf sind das 15 Krankheitstage – genau im Bundesschnitt.
Was diese Tage Ihr Unternehmen kosten, rechnet der Fehlzeitenkosten-Rechner aus.
Was der Krankenstand die Wirtschaft kostet
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) schätzt die Produktionsausfälle durch Arbeitsunfähigkeit für 2024 auf 134 Milliarden Euro (Lohnkosten) und den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 227 Milliarden Euro (Quelle: KBV).
Für das einzelne Unternehmen kommen zur Entgeltfortzahlung in den ersten sechs Wochen Vertretung, Überstunden im Team und liegengebliebene Aufträge dazu. Gerade in kleinen Teams fällt jeder Ausfall stark ins Gewicht.
Was hilft
Krankenstand senken: wo Unternehmen ansetzen
Krankheiten lassen sich nicht verbieten. Aber Unternehmen können beeinflussen, wie schnell Mitarbeitende behandelt werden und wie früh Beschwerden auffallen.
Schneller zum Facharzt
Wochen auf einen Termin heißen oft Wochen mit Beschwerden oder Ausfall. Ein Facharzt-Terminservice verkürzt die Wartezeit.
Vorsorge nutzen
Vorsorgeuntersuchungen, Zahnreinigung und Sehtests, bevor aus kleinen Beschwerden lange Ausfälle werden.
Psychische Gesundheit
Telefonische Beratung und schnelle Psychotherapie-Termine, weil psychische Erkrankungen die längsten Ausfälle verursachen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Krankenstand
Wie hoch ist der Krankenstand in Deutschland aktuell?
2025 waren Beschäftigte im Schnitt 14,6 Arbeitstage krankgeschrieben (Destatis). Die Krankenkassen melden 18,6 (TK) bis 19,5 (DAK) Fehltage, gezählt in Kalendertagen. Der Krankenstand lag bei der DAK bei 5,4 Prozent.
Wie viele Krankheitstage im Jahr sind normal?
Der Bundesschnitt liegt bei rund 15 Arbeitstagen pro Jahr. Viele Beschäftigte fehlen deutlich weniger, wenige lange Erkrankungen heben den Durchschnitt.
Warum ist der Krankenstand seit 2022 so hoch?
Ein wichtiger Grund ist die elektronische Krankmeldung (eAU) seit Januar 2022: Kurze Krankschreibungen werden seitdem vollständig erfasst. Dazu kamen starke Infektwellen und mehr psychisch bedingte Fehltage.
Wie berechne ich die Krankenquote in meinem Unternehmen?
Krankheitstage geteilt durch Soll-Arbeitstage mal 100. Beispiel: 300 Krankheitstage bei 20 Mitarbeitenden mit je 220 Arbeitstagen ergeben 6,8 Prozent.
Kann eine betriebliche Krankenversicherung den Krankenstand senken?
Eine bKV verhindert keine Erkältung. Sie kann aber Ausfälle verkürzen, etwa durch schnellere Facharzttermine, Vorsorge und Unterstützung bei psychischen Belastungen. Wie sie wirkt, zeigen wir auf Fehlzeiten reduzieren.
Weniger Fehltage in Ihrem Team?
Wir zeigen Ihnen, wie eine betriebliche Krankenversicherung Ausfälle verkürzt und was sie für Ihre Belegschaft kostet.
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