bKV FAQ

Alle wichtigen Fragen zur bKV beantwortet: Kosten, Steuern, Leistungen, Kündigungsfristen, Familienversicherung und mehr. Kompakte Antworten für Arbeitgeber.

Wie lange läuft ein bKV-Vertrag und kann er gekündigt werden?
bKV-Gruppenverträge laufen typischerweise mit 12 Monaten Mindestlaufzeit und verlängern sich automatisch um jeweils 12 Monate. Die Kündigungsfrist beträgt meist 3 Monate zum Vertragsende. Mehrjahresverträge (3 bis 5 Jahre) mit Prämienrabatten sind ebenfalls verbreitet. Bei einer Kündigung haben Mitarbeitende Anspruch auf Überleitung ihrer bKV in einen Einzelvertrag.
Was passiert wenn das bKV-Jahresbudget aufgebraucht ist?
Ist das Jahresbudget aufgebraucht, werden weitere Leistungen im laufenden Jahr nicht erstattet. Am 1. Januar des Folgejahres setzt sich das Budget automatisch zurück. Manche Tarife erlauben den Übertrag ungenutzter Budgetreste ins Folgejahr, das ist aber die Ausnahme — in den meisten Tarifen verfallen sie.
Werden Heilpraktiker- und Osteopathie-Leistungen erstattet?
Ja. Die meisten bKV-Tarife erstatten Heilpraktiker-Leistungen nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) — typischerweise bis zum 2,0- oder 3,5-fachen Satz. Osteopathie wird je nach Tarif als Teil der Heilpraktiker-, Physiotherapie- oder eines eigenen Bausteins erstattet, oft mit ärztlicher Verordnung als Voraussetzung.
Welche Daten über meine bKV-Nutzung sieht mein Arbeitgeber?
Der Arbeitgeber sieht ausschließlich aggregierte und anonymisierte Statistiken — etwa die Gesamtnutzungsquote und Verteilung der Leistungsarten. Individuelle Daten wie Diagnosen, eingereichte Rechnungen, besuchte Ärzte oder genutzte Leistungen bleiben strikt zwischen Mitarbeitendem und Versicherer. Diese Trennung ist DSGVO-rechtlich vorgeschrieben.
Was passiert mit der bKV während der Elternzeit?
In den meisten Tarifen läuft die bKV während der Elternzeit weiter — Versicherungsschutz und Jahresbudget bleiben erhalten. Der Arbeitgeber zahlt typischerweise die Prämie weiter, alternativ ist eine Beitragspause mit reduziertem Schutz möglich. Beim Wiedereinstieg gibt es keine neue Anmeldung und keine Gesundheitsprüfung.
Welche bKV-Anbieter gibt es in Deutschland?
Die wichtigsten bKV-Anbieter in Deutschland sind Allianz, HanseMerkur, Nürnberger, Hallesche, Signal Iduna, Gothaer, VKB, Münchener Verein, ottonova, Württembergische und LKH. Jeder hat unterschiedliche Tarifschwerpunkte — Allianz und HanseMerkur sind die größten Allrounder, Hallesche und Nürnberger spezialisieren sich auf flexible Budgettarife mit alternativen Heilmethoden.
Wie reichen Mitarbeitende Rechnungen bei der bKV ein?
Mitarbeitende reichen Rechnungen direkt beim Versicherer ein — typischerweise per App, Web-Portal oder Post. Bei App-basierten Versicherern dauert die Erstattung 5 bis 10 Werktage, bei klassischer Papier-Einreichung 2 bis 4 Wochen. Der Arbeitgeber ist in den Prozess nicht involviert und erhält keine Informationen über individuelle Leistungen.
Brauche ich eine Versorgungsordnung?
Eine Versorgungsordnung ist nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Sie schafft Rechtssicherheit, verhindert Diskussionen über Einschluss/Ausschluss einzelner Mitarbeitender und schützt vor Gleichbehandlungsklagen nach AGG. Für KMU reichen meist 3 bis 8 Seiten, oft als einseitige Gesamtzusage des Arbeitgebers.
Müssen Mitarbeitende eine Gesundheitsprüfung absolvieren?
Nein, in den meisten modernen bKV-Gruppenverträgen entfällt die Gesundheitsprüfung vollständig. Auch Mitarbeitende mit Vorerkrankungen werden ohne Prüfung aufgenommen. Voraussetzung ist die Mindestteilnehmerquote des Versicherers und die Arbeitgeberfinanzierung. In wenigen Fällen — sehr kleinen Gruppen, nachträglichen Beitritten oder Familienangehörigen außerhalb des Öffnungsfensters — kann eine vereinfachte Prüfung gelten.
Können Familienangehörige in der bKV mitversichert werden?
Ja, die meisten bKV-Tarife bieten eine Family-Option, die Ehe- oder Lebenspartner und Kinder einschließt. Innerhalb des Öffnungsfensters (typisch 3 bis 12 Monate nach Vertragsbeginn) ist die Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung möglich. Die Prämien für Familienangehörige werden je nach Modell vom Arbeitgeber, Mitarbeitenden oder geteilt finanziert.
Welche Vorsorgeuntersuchungen werden von der bKV erstattet?
Die bKV erstattet meist erweiterte Vorsorgeuntersuchungen außerhalb des GKV-Katalogs — etwa jährliche umfassende Checkups, Krebsfrüherkennung unter den GKV-Altersgrenzen, HPV-Tests, IGeL-Leistungen, Reiseimpfungen und moderne bildgebende Verfahren. Eine Liste der erstattungsfähigen Leistungen findet sich in den jeweiligen Tarifbedingungen.
Was zahlt die bKV bei Zahnersatz?
Die bKV erstattet Zahnersatz — Kronen, Brücken, Implantate, Prothesen — typischerweise vollständig im Rahmen des jährlichen Gesundheitsbudgets oder über einen separaten Zahn-Baustein. Übliche Jahresbudgets liegen bei 300 bis 1.200 Euro. Manche Tarife haben gestaffelte Obergrenzen in den ersten Vertragsjahren oder kurze Wartezeiten für größere Zahnbehandlungen.
Was passiert mit der bKV beim Jobwechsel?
Mitarbeitende können ihre bKV beim Ausscheiden in der Regel ohne neue Gesundheitsprüfung in einen Einzelvertrag beim gleichen Versicherer überführen. Die Anwartschaften bleiben erhalten, die Prämie zahlt dann der Mitarbeitende selbst. Die Frist für diese Überleitung liegt typischerweise bei 2 bis 6 Monaten nach Vertragsende.
Ist die bKV steuerfrei?
Bis zur monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro pro Mitarbeiter ist die bKV steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Bei höheren Prämien kann der Arbeitgeber pauschal mit 30 Prozent versteuern (§ 37b EStG) — die Leistung bleibt für den Mitarbeitenden trotzdem nettoneutral.
Wie schnell ist eine bKV einsatzbereit?
Von der Entscheidung bis zum aktiven Versicherungsschutz dauert es typischerweise 2 bis 4 Wochen. Mitarbeitende können Leistungen oft schon ab dem ersten Versicherungstag abrufen — ohne Gesundheitsprüfung, ohne Wartezeit. Komplexere Konstellationen (mehrere Tarifgruppen, Betriebsrat-Abstimmung) können den Prozess auf 6 bis 8 Wochen verlängern.
Lohnt sich eine bKV für kleine Unternehmen?
Ja. bKV ist bereits ab 3 Mitarbeitenden möglich und gerade für kleine Unternehmen ein wirksamer Recruiting-Vorteil. Die steuerliche Effizienz (Faktor 2 bis 3 gegenüber Gehaltserhöhung), der minimale Verwaltungsaufwand und die nachweisbare Bindungswirkung machen sie auch für KMU attraktiv.
Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter?
bKV-Tarife liegen typischerweise zwischen 10 und 50 Euro monatlich pro Mitarbeitendem. Tarife unter 50 Euro bleiben steuerfrei (Sachbezugsgrenze), höhere Tarife können pauschal mit 30 Prozent versteuert werden. Premium-Tarife mit erweiterten Bausteinen kosten 60 bis 100 Euro pro Monat.
Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)?
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist ein vom Arbeitgeber finanzierter Zusatzversicherungsbaustein für gesetzlich versicherte Mitarbeitende. Sie deckt Leistungen ab, die die GKV nicht oder nur eingeschränkt erstattet — etwa Zahnersatz, Brillen, Heilpraktiker oder erweiterte Vorsorge. Bis 50 Euro pro Monat ist sie steuer- und sozialabgabenfrei.