bKV-Steuerrechner
Das Wichtigste in Kürze
- Bis 50 Euro im Monat bleibt der bKV-Beitrag steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).
- Die Freigrenze gilt für alle Sachbezüge eines Monats zusammen. Wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig — nicht nur der übersteigende Teil.
- Oberhalb der Grenze kommen die Pauschalierung nach § 37b EStG mit 30 Prozent, die Pauschalierung nach § 40 EStG mit genehmigtem Durchschnittssteuersatz oder die individuelle Besteuerung in Betracht.
- Der Rechner stellt die Arbeitgeberkosten der bKV denen einer Gehaltserhöhung gegenüber, die beim Mitarbeitenden denselben Netto-Wert liefert.
Wählen Sie ein Budget oder einen konkreten Tarif aus unserem Portfolio und vergleichen Sie direkt mit einer Gehaltserhöhung bei gleichem Arbeitgeberaufwand.
Wie die betriebliche Krankenversicherung besteuert wird
Der Arbeitgeberbeitrag zu einer bKV ist für Mitarbeitende ein geldwerter Vorteil. Ob darauf Lohnsteuer und Sozialabgaben anfallen, entscheidet sich an einer einzigen Schwelle: der monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG.
Die 50-Euro-Freigrenze und ihre Tücke
Bis 50 Euro im Monat bleibt der Beitrag steuer- und sozialversicherungsfrei. Entscheidend ist das Wort Freigrenze, nicht Freibetrag: Sie gilt für alle Sachbezüge eines Monats zusammen — Tankgutschein, Jobticket und bKV zählen gemeinsam. Wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil. Wer die Grenze ausreizt, sollte deshalb wissen, welche weiteren Sachbezüge im Haus laufen.
Die Wege oberhalb der Freigrenze
Steuerfreier Sachbezug
Solange der Beitrag unter der Freigrenze bleibt, fällt beim Arbeitgeber nur der Beitrag selbst an — ohne Lohnsteuer, ohne Sozialabgaben. Das ist der günstigste Fall und für die meisten Budgettarife der Regelfall.
Pauschalierung nach § 37b EStG
Der Arbeitgeber versteuert den Vorteil pauschal mit 30 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer und übernimmt die Steuer. Beim Mitarbeitenden kommt die Leistung dann ungeschmälert an.
Pauschalierung nach § 40 EStG
Hier wird mit einem vom Finanzamt genehmigten Durchschnittssteuersatz pauschaliert. Der Weg ist an einen Höchstbetrag je Mitarbeitendem gebunden und setzt einen Antrag voraus.
Individuelle Versteuerung
Der Vorteil läuft über die Lohnabrechnung des Mitarbeitenden und wird nach dessen persönlichen Merkmalen versteuert und verbeitragt. Netto kommt entsprechend weniger an.
Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom Jahresbeitrag und von der Zusätzlichkeit zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ab. Der Rechner zeigt die Modelle nebeneinander, sobald die Steuerparameter freigegeben sind; bis dahin rechnet er ausschließlich den steuerfreien Sachbezug.
bKV oder Gehaltserhöhung
Eine Gehaltserhöhung wird beim Mitarbeitenden voll verbeitragt und versteuert. Damit derselbe Netto-Wert ankommt, muss der Arbeitgeber deutlich mehr aufwenden als für einen bKV-Beitrag in gleicher Höhe — er zahlt zusätzlich seinen Anteil an den Sozialabgaben. Der Rechner stellt beide Wege auf Basis desselben Netto-Werts gegenüber, statt Beitrag und Bruttoerhöhung unzulässig direkt zu vergleichen.
Was der Rechner leistet — und was nicht
Es handelt sich um eine vereinfachte Beispielrechnung ohne Gewähr. Alle Werte verstehen sich pro Jahr und je Mitarbeitendem. Der Netto-Wert der bKV entspricht dem Jahresbudget zuzüglich der als Erwartungswert berechneten Sehhilfe- und Zahn-Erstattungen. Eine Beitragsbefreiung wird als erwartete Arbeitgeberentlastung modelliert. Die steuerlichen Angaben ersetzen keine steuerliche Beratung.
Häufige Fragen
Ist die betriebliche Krankenversicherung steuerfrei?
Innerhalb der monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro bleibt der Beitrag steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Die Freigrenze gilt für alle Sachbezüge eines Monats zusammen; wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig — nicht nur der übersteigende Teil.
Was kostet die bKV den Arbeitgeber über der 50-Euro-Grenze?
Oberhalb der Freigrenze kommen die Pauschalierung nach § 37b EStG mit 30 Prozent, die Pauschalierung nach § 40 EStG mit einem genehmigten Durchschnittssteuersatz oder die individuelle Besteuerung in Betracht. Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom Jahresbeitrag und von der Zusätzlichkeit zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ab.
Lohnt sich die bKV gegenüber einer Gehaltserhöhung?
Eine Gehaltserhöhung wird beim Mitarbeitenden voll verbeitragt und versteuert. Damit derselbe Netto-Wert ankommt, muss der Arbeitgeber deutlich mehr aufwenden als für einen bKV-Beitrag in gleicher Höhe. Der Rechner stellt beide Wege auf Basis desselben Netto-Werts gegenüber.
Beispielrechnung
Ein Unternehmen zahlt 50 Euro im Monat je Mitarbeitendem in einen bKV-Budgettarif, also 600 Euro im Jahr. Der Beitrag bleibt innerhalb der Sachbezugsfreigrenze und ist damit steuer- und sozialversicherungsfrei.
- Arbeitgeberkosten bKV: 600 Euro im Jahr
- Netto-Wert beim Mitarbeitenden: 600 Euro
Derselbe Netto-Wert über eine Gehaltserhöhung: Bei einer Abgabenquote von 30 Prozent beim Mitarbeitenden sind dafür rund 857 Euro brutto nötig. Hinzu kommt der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung von etwa 20 Prozent — der Arbeitgeberaufwand liegt damit bei rund 1.030 Euro im Jahr.
Ergebnis: Derselbe Netto-Wert kostet über die Gehaltserhöhung rund 430 Euro mehr pro Mitarbeitendem und Jahr. Vereinfachte Beispielrechnung ohne Gewähr; die tatsächlichen Werte hängen von Steuerklasse, Kirchensteuer und Beitragssätzen ab.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG — monatliche Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro
- § 37b EStG — Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen
- § 40 EStG — Pauschalierung der Lohnsteuer mit genehmigtem Durchschnittssteuersatz
Die im Rechner verwendeten Steuersätze, Freigrenzen und Höchstbeträge stammen aus den in FM-Admin gepflegten Steuerparametern und werden vor Freischaltung der Modelle geprüft und freigegeben. Maßgeblich ist das dort hinterlegte Freigabedatum.
Verwandte Begriffe aus dem bKV Wiki
50-Euro-Freigrenze
§ 37b EStG (Pauschalversteuerung)
§ 40 Abs. 1 EStG (Pauschalierung)
Nettolohnversteuerung
Sachbezugskarte
Geldwerter Vorteil
Weitere Fragen aus dem bKV FAQ
Ist die betriebliche Krankenversicherung steuerfrei?
Was passiert, wenn die 50-Euro-Grenze um wenige Euro überschritten wird?
Zählt ein Tankgutschein gegen die bKV-Freigrenze?
Muss die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG beantragt werden?
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