Was passiert mit der bKV beim Jobwechsel?
Eine der stärksten Eigenschaften moderner bKV-Verträge ist ihre Portabilität: Beim Ausscheiden aus dem Unternehmen verlieren Mitarbeitende den Schutz nicht automatisch, sondern können ihn in einen Einzelvertrag überführen — zu fairen Konditionen und ohne neue Gesundheitsprüfung.
Das Überleitungsrecht im Detail
Innerhalb einer definierten Frist nach Vertragsende beim Arbeitgeber — typischerweise 2 bis 6 Monate — können ausgeschiedene Mitarbeitende ihre bKV in einen individuellen Einzelvertrag beim gleichen Versicherer überführen. Was dabei übernommen wird:
- Vergleichbarer Leistungsumfang ohne neue Gesundheitsprüfung
- Anrechnung der Wartezeiten und Anwartschaften aus dem Gruppenvertrag
- Fortführung des Versicherungsschutzes ohne Lücke
Was sich ändert: Die Prämie wird neu kalkuliert nach Einzelvertrags-Konditionen — oft Faktor 1,5 bis 3 höher als die Gruppentarif-Prämie. Den Beitrag zahlt dann der Mitarbeitende selbst.
Wer besonders profitiert
Das Überleitungsrecht ist für Mitarbeitende mit Vorerkrankungen besonders wertvoll. Eine individuelle PKV-Zusatzversicherung wäre bei diesen Personen oft nicht oder nur mit Risikozuschlägen abschließbar. Über die Überleitung erhalten sie Zugang zum gleichen Schutz, ohne neue Prüfung.
Drei mögliche Wege beim neuen Arbeitgeber
- Beim neuen Arbeitgeber gibt es eine bKV: Übergeleiteten Einzelvertrag beitragsfrei ruhen lassen, neue bKV nutzen. Bei Bedarf später reaktivierbar.
- Kein bKV beim neuen Arbeitgeber: Einzelvertrag fortführen, Prämie selbst tragen. Für Vorbelastete oft die einzige Absicherungsoption.
- Doppelte Absicherung: Beide Verträge laufen parallel, mit doppelten Erstattungsmöglichkeiten je nach Tarifbedingungen.
Frist nicht verpassen
Die Antragsfrist für die Überleitung liegt je nach Versicherer bei 2 bis 6 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wer die Frist verpasst, verliert das automatische Überleitungsrecht und müsste eine neue Einzelversicherung mit voller Gesundheitsprüfung beantragen. Ein gutes Offboarding-Dokument vom Arbeitgeber sollte deshalb explizit auf diese Frist hinweisen.
