Welche Vorsorgeuntersuchungen werden von der bKV erstattet?
Vorsorgeuntersuchungen sind das strategisch wertvollste Segment einer bKV — sie erweitern den Basis-Vorsorgekatalog der gesetzlichen Krankenversicherung um Leistungen, die frühere und feinere Diagnostik ermöglichen.
Was die GKV als Basis abdeckt
Der Basis-Katalog umfasst Gesundheits-Checkup ab 35 (alle 3 Jahre), Hautkrebs-Screening ab 35 (alle 2 Jahre), Mammographie für Frauen 50 bis 69, Darmkrebs-Vorsorge ab 50, Zahnvorsorge halbjährlich. Solide, aber lassen viele moderne Früherkennungsansätze und jüngere Risikogruppen aus.
Was die bKV typischerweise ergänzt
- Erweiterte jährliche Checkups mit Laborwerten, Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Ultraschall der inneren Organe
- Früherkennungen unterhalb der GKV-Altersgrenzen (Darmkrebs ab 40, Mammographie ab 40, Prostata-Check ab 40)
- Moderne Diagnostik wie MRT, CT oder 3D-Mammographie bei medizinischer Begründung
- HPV-Tests, Tumormarker, dermatoskopische Hautanalysen
- Reise- und FSME-Impfungen außerhalb des STIKO-Standards
- Hormon- und Stoffwechselchecks
- IGeL-Leistungen mit Vorsorge-Charakter
- Augenvorsorge: Glaukom-Screening, Augeninnendruckmessung
Was bei Vorsorge-Erstattung beachten
Bei Budgettarifen werden Vorsorgeleistungen aus dem Gesamtbudget bezahlt. Bei Bausteintarifen kann ein eigener Vorsorge-Baustein existieren, oft mit jährlicher Maximalsumme zwischen 300 und 800 Euro. Eine ärztliche Verordnung ist meist nicht erforderlich, der Beleg vom Arzt oder der Ärztin reicht aus.
Aktivierung im Unternehmen
Vorsorgeleistungen sind statistisch eine der schwächsten Nutzungskategorien — wer sich fit fühlt, geht ungern zum Arzt. Ein Health Day pro Jahr, an dem Mitarbeitende bezahlt zur Vorsorge gehen dürfen, hebt die Nutzung typischerweise um 40 bis 60 Prozent.
