Was zahlt die bKV bei Zahnersatz?

Zahnersatz ist einer der finanziell stärksten Anwendungsfälle einer bKV. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur einen Festzuschuss von 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung — alles darüber hinaus zahlt der Patient selbst. Die bKV schließt genau diese Lücke.

Was unter Zahnersatz fällt

  • Kronen, Brücken und Inlays
  • Implantate inklusive nachfolgender Versorgung
  • Teil- und Vollprothesen
  • Wurzel- und Parodontalbehandlungen (oft in derselben Kategorie abgedeckt)

Erstattungsmodelle in bKV-Tarifen

Budgettarife: Zahnersatz wird aus dem jährlichen Gesundheitsbudget bezahlt, oft ohne spezielle Deckelung. Ein 900-Euro-Budget kann vollständig für eine Implantatbehandlung verwendet werden.

Bausteintarife mit Zahn-Baustein: Separater Leistungsbereich mit eigenem Budget oder prozentualer Erstattung (typisch 80 Prozent der Restkosten nach GKV). Häufig gestaffelt: 50 Prozent im ersten, 70 Prozent im zweiten, 90 Prozent ab dem dritten Vertragsjahr.

Premium-Tarife: Vollständige Erstattung ohne Jahres-Deckelung, manchmal mit Gesamt-Obergrenze in den ersten 24 Monaten (etwa 3.000 Euro).

Wartezeit-Sonderfall

Während moderne bKV-Tarife meist komplett wartezeitfrei sind, ist Zahnersatz die häufigste Ausnahme. Aus Anti-Selektions-Gründen behalten manche Tarife für teurere Zahnbehandlungen über 500 Euro eine Wartezeit von 8 Monaten bei — oder staffeln die Budgets in den ersten Vertragsjahren. Vor Tarifabschluss lohnt sich ein gezielter Blick in die Bedingungen.

Strategie für teure Behandlungen

Bei Implantaten oder größeren Sanierungen, die sich über 6 bis 12 Monate erstrecken, lohnt es sich, die Behandlungsphasen über zwei Abrechnungsjahre zu verteilen — etwa erste Rechnung im Dezember, zweite im Januar. So lassen sich zwei Jahresbudgets nutzen.

Verwandte Begriffe

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)?
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist ein vom Arbeitgeber finanzierter Zusatzversicherungsbaustein für gesetzlich versicherte Mitarbeitende. Sie deckt Leistungen ab, die die GKV nicht oder nur eingeschränkt erstattet — etwa Zahnersatz, Brillen, Heilpraktiker oder erweiterte Vorsorge. Bis 50 Euro pro Monat ist sie steuer- und sozialabgabenfrei.
Welche Vorsorgeuntersuchungen werden von der bKV erstattet?
Die bKV erstattet meist erweiterte Vorsorgeuntersuchungen außerhalb des GKV-Katalogs — etwa jährliche umfassende Checkups, Krebsfrüherkennung unter den GKV-Altersgrenzen, HPV-Tests, IGeL-Leistungen, Reiseimpfungen und moderne bildgebende Verfahren. Eine Liste der erstattungsfähigen Leistungen findet sich in den jeweiligen Tarifbedingungen.
Können Familienangehörige in der bKV mitversichert werden?
Ja, die meisten bKV-Tarife bieten eine Family-Option, die Ehe- oder Lebenspartner und Kinder einschließt. Innerhalb des Öffnungsfensters (typisch 3 bis 12 Monate nach Vertragsbeginn) ist die Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung möglich. Die Prämien für Familienangehörige werden je nach Modell vom Arbeitgeber, Mitarbeitenden oder geteilt finanziert.