Was ist eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)?

Die betriebliche Krankenversicherung — kurz bKV — ist ein vom Arbeitgeber finanzierter Baustein der privaten Krankenzusatzversicherung. Sie verschafft gesetzlich versicherten Mitarbeitenden Zugang zu Leistungen auf Privatpatientenniveau, ohne dass die gesetzliche Mitgliedschaft bei der Krankenkasse berührt wird. Beide Systeme laufen parallel: Die GKV bleibt unverändert, die bKV ergänzt sie gezielt dort, wo die Regelversorgung Lücken lässt.

Wie der Vertrag aufgebaut ist

Der Arbeitgeber schließt einen Gruppenvertrag mit einem privaten Krankenversicherer ab und meldet seine Mitarbeitenden zur Teilnahme an. Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber, versicherte Personen sind die Mitarbeitenden. In modernen Tarifen entfallen sowohl Gesundheitsprüfungen als auch Wartezeiten — vom ersten Versicherungstag an können Mitarbeitende Leistungen abrufen.

Welche Leistungen typischerweise abgedeckt sind

Die meisten Tarife sind als Budgettarife strukturiert: Mitarbeitende erhalten ein jährliches Gesundheitsbudget zwischen 300 und 1.200 Euro, das sie flexibel einsetzen können. Häufige Leistungsbereiche:

  • Zahnbehandlungen, Zahnreinigung, Zahnersatz
  • Brillen, Kontaktlinsen, Augenlaser-Behandlungen
  • Heilpraktiker-Leistungen nach Gebührenverzeichnis
  • Osteopathie und manuelle Therapie
  • Erweiterte Vorsorgeuntersuchungen außerhalb des GKV-Katalogs
  • Reise- und IGeL-Impfungen
  • Facharzt-Schnellterminservices

Steuerliche Behandlung in Kurzform

Bis zur monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro pro Mitarbeitendem bleibt die bKV steuer- und sozialabgabenfrei. Liegt die Prämie höher — etwa bei 600- oder 900-Euro-Jahresbudgets — kann der Arbeitgeber pauschal mit 30 Prozent versteuern. Die Leistung bleibt für Mitarbeitende in beiden Fällen nettoneutral.

Abgrenzung zur PKV

Eine bKV ist keine private Krankenvollversicherung. Mitarbeitende bleiben Mitglied ihrer gesetzlichen Krankenkasse — die bKV läuft als Ergänzung obendrauf. Beim Ausscheiden aus dem Unternehmen können Mitarbeitende den Schutz in aller Regel ohne neue Gesundheitsprüfung in einen Einzelvertrag überführen.

Verwandte Begriffe

Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter?
bKV-Tarife liegen typischerweise zwischen 10 und 50 Euro monatlich pro Mitarbeitendem. Tarife unter 50 Euro bleiben steuerfrei (Sachbezugsgrenze), höhere Tarife können pauschal mit 30 Prozent versteuert werden. Premium-Tarife mit erweiterten Bausteinen kosten 60 bis 100 Euro pro Monat.
Lohnt sich eine bKV für kleine Unternehmen?
Ja. bKV ist bereits ab 3 Mitarbeitenden möglich und gerade für kleine Unternehmen ein wirksamer Recruiting-Vorteil. Die steuerliche Effizienz (Faktor 2 bis 3 gegenüber Gehaltserhöhung), der minimale Verwaltungsaufwand und die nachweisbare Bindungswirkung machen sie auch für KMU attraktiv.
Ist die bKV steuerfrei?
Bis zur monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro pro Mitarbeiter ist die bKV steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Bei höheren Prämien kann der Arbeitgeber pauschal mit 30 Prozent versteuern (§ 37b EStG) — die Leistung bleibt für den Mitarbeitenden trotzdem nettoneutral.
Müssen Mitarbeitende eine Gesundheitsprüfung absolvieren?
Nein, in den meisten modernen bKV-Gruppenverträgen entfällt die Gesundheitsprüfung vollständig. Auch Mitarbeitende mit Vorerkrankungen werden ohne Prüfung aufgenommen. Voraussetzung ist die Mindestteilnehmerquote des Versicherers und die Arbeitgeberfinanzierung. In wenigen Fällen — sehr kleinen Gruppen, nachträglichen Beitritten oder Familienangehörigen außerhalb des Öffnungsfensters — kann eine vereinfachte Prüfung gelten.