Zum Inhalt springen

HR am Wendepunkt: Live-Webinare am 16.10., 19.11. und 1.12.2026. Jetzt anmelden

bKV Wiki

Beitragsbefreiung

InhaltDas Grundprinzip

Eine bKV läuft nicht immer in ruhigem Fahrwasser. Mitarbeitende fallen länger aus, gehen in Elternzeit, nehmen ein Sabbatical oder pflegen Angehörige. Die Beitragsbefreiung regelt, was in diesen Phasen mit dem Versicherungsschutz und mit der Beitragspflicht geschieht.

Das Grundprinzip

Der Versicherungsschutz bleibt bestehen, die Beitragspflicht entfällt für einen definierten Zeitraum. Die Mitarbeitenden können ihre Leistungen also weiter nutzen, ohne dass der Arbeitgeber in dieser Zeit zahlt.

Das klingt nach einem Detail, hat aber zwei sehr praktische Wirkungen: Der Arbeitgeber muss in Ausfallphasen nicht über eine Abmeldung nachdenken, und der Mitarbeitende verliert den Schutz nicht in einer Situation, in der er ihn häufig besonders braucht.

Typische Auslöser

  • Arbeitsunfähigkeit: häufig ab der siebten Woche, also nach Ende der Entgeltfortzahlung
  • Elternzeit: mit tariflich festgelegter Höchstdauer
  • Freistellung und unbezahlter Urlaub
  • Familienpflegezeit
  • Sabbatical, soweit der Tarif es vorsieht

Welche dieser Anlässe abgedeckt sind, ab wann die Befreiung greift und wie lange sie läuft, unterscheidet sich je nach Versicherer und Tarif erheblich. Manche Tarife decken nur Arbeitsunfähigkeit ab, andere das gesamte Spektrum.

Zwei Modelle

Versicherer setzen die Befreiung unterschiedlich um:

  • Als eingeschlossene Tarifleistung: Die Befreiung ist Teil des Tarifs, der Beitrag entsprechend kalkuliert.
  • Als zubuchbare Option: Die Befreiung kostet einen Aufschlag und kann beim Abschluss gewählt werden.

Ob sich der Aufschlag lohnt, hängt von der Belegschaftsstruktur ab. In einem Betrieb mit hoher Elternzeitquote oder in Branchen mit überdurchschnittlichen Langzeitausfällen rechnet er sich schneller als in einer kleinen, stabilen Belegschaft.

Was ohne Beitragsbefreiung passiert

Ohne diese Option läuft die Beitragspflicht weiter, auch wenn kein Entgelt fließt. Der Arbeitgeber steht dann vor drei Optionen: weiterzahlen, den Mitarbeitenden für die Dauer abmelden oder eine Einzelfallregelung treffen.

Die Abmeldung ist der unangenehmste Weg, weil bei der Wiederanmeldung je nach Tarif Wartezeiten oder eine Gesundheitsprüfung aufleben können — und weil sie ausgerechnet Mitarbeitende in schwierigen Lebenslagen trifft.

Worauf beim Vergleich zu achten ist

  • Welche Anlässe sind abgedeckt — nur Arbeitsunfähigkeit oder auch Elternzeit, Pflege und Freistellung?
  • Ab wann greift die Befreiung, und wie lange läuft sie je Anlass?
  • Ist sie eingeschlossen oder kostet sie einen Aufschlag?
  • Was gilt bei Wiederaufnahme — nahtloser Anschluss oder erneute Anmeldung?

Fazit

Die Beitragsbefreiung ist eine der Optionen, die im Normalbetrieb unsichtbar bleiben und genau dann zählen, wenn es darauf ankommt. Sie gehört beim Tarifvergleich geprüft — nicht wegen der Beitragsersparnis, sondern weil sie verhindert, dass ausgerechnet in Ausfallphasen über Abmeldungen entschieden werden muss.

Beratung sichern

Die bKV für Ihr Unternehmen prüfen

Kostenlos, unverbindlich und versichererneutral: In 30 Minuten zeigen wir Ihnen, wie die bKV in Ihrem Unternehmen funktioniert.

Das könnte Sie auch interessieren

  • Kollektivvertrag

    Rahmenvertrag zwischen Arbeitgeber und Versicherer, über den die Mitarbeitenden zu Gruppenkonditionen versichert werden.

  • Portabilität

    Portabilität bezeichnet die Möglichkeit, den bKV-Schutz beim Ausscheiden aus dem Unternehmen, etwa bei einem Arbeitgeberwechsel oder beim Renteneintritt, privat fortzuführen — häufig ohne erneute Gesundheitsprüfung, aber zu Einzelvertragskonditionen. Das Recht ist meist an eine Frist nach dem Ausscheiden gebunden.

  • Fehlzeiten

    Krankheitsbedingt ausgefallene Arbeitstage. In Kosten übersetzt über die fortlaufenden Personalkosten je Arbeitstag; als Ausfallquote das Verhältnis von Fehltagen zu Arbeitstagen.

  • bKV-Tarif-Finder

    Das Wichtigste in Kürze Viele Tarife setzen eine Mindestanzahl an Beschäftigten voraus — üblich sind drei, fünf oder zehn, einzelne Tarife gelten ab einer Person. Verbreitet sind Jahresbudgets von 300 bis 1.500 Euro je Mitarbeitendem; der Monatsbeitrag steigt entsprechend. Bei Tarifen mit Beitragsbefreiung entfällt der Beitrag für länger arbeitsunfähige Mitarbeitende, während der Schutz bestehen bleibt. Die Auswahl ist eine Vorfilterung, keine Empfehlung und keine Beratung. Vier Fragen, dann sehen Sie die Tarife aus unserem Portfolio, die zu Ihren Kriterien passen.

  • Fehlzeitenkosten-Rechner

    Das Wichtigste in Kürze Ein Fehltag wird als fortlaufende Personalkosten angesetzt: Jahresgehalt zuzüglich Arbeitgeber-Lohnnebenkosten, geteilt durch die Arbeitstage im Jahr. Bei 48.000 Euro Jahresgehalt, 20 Prozent Lohnnebenkosten und 220 Arbeitstagen sind das rund 262 Euro je Fehltag. Die Ausfallquote setzt die Fehltage ins Verhältnis zu den Arbeitstagen — bei 15 Fehltagen und 220 Arbeitstagen rund 6,8 Prozent. Folgekosten wie Vertretung, Überstunden oder Produktivitätsverluste im Team sind nicht enthalten. Die tatsächliche Belastung liegt eher höher. Krankheitsbedingte Ausfälle kosten weiter — das Gehalt läuft, die Arbeit bleibt liegen.

Beratung sichern

Bereit, den Unterschied zu machen?

Wir freuen uns darauf, Sie und Ihr Unternehmen persönlich kennenzulernen. Wenn Sie das Formular ausfüllen, melden wir uns umgehend bei Ihnen.

    Wählen Sie einen Termin

    Freie Termine werden geladen …