Kollektivvertrag
Rahmenvertrag zwischen Arbeitgeber und Versicherer, über den die Mitarbeitenden zu Gruppenkonditionen versichert werden.
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bKV Wiki
Was passiert mit dem Versicherungsschutz, wenn ein Mitarbeitender das Unternehmen verlässt? Die Antwort darauf heißt Portabilität — die Möglichkeit, den Schutz privat fortzuführen, statt ihn ersatzlos zu verlieren.
Die bKV läuft über einen Kollektivvertrag des Arbeitgebers. Endet das Arbeitsverhältnis, endet in der Regel auch die Zugehörigkeit zu diesem Vertrag. Ohne Fortführungsmöglichkeit stünden Ausscheidende vor dem Problem, sich neu privat versichern zu müssen — dann allerdings mit Gesundheitsprüfung, Wartezeiten und dem inzwischen höheren Eintrittsalter.
Genau hier setzt die Portabilität an: Sie erlaubt den Wechsel in einen Einzelvertrag beim selben Versicherer, häufig ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Das Fortführungsrecht ist meist an eine Frist gebunden — der Antrag muss innerhalb weniger Wochen oder Monate nach dem Ausscheiden gestellt werden, häufig innerhalb von zwei bis sechs Monaten. Maßgeblich sind die jeweiligen Tarifbedingungen. Wer die Frist versäumt, verliert das Recht endgültig, auch wenn er später bereit wäre, den höheren Beitrag zu zahlen.
Praktisch heißt das: Die Information über die Fortführungsmöglichkeit gehört in den Offboarding-Prozess, nicht in eine Fußnote der Versorgungsordnung. Der Zeitpunkt, an dem jemand das Unternehmen verlässt, ist selten der, an dem er sich mit Versicherungsfristen befasst.
Die Überleitung geschieht nicht automatisch, der ausscheidende Mitarbeitende muss sie aktiv beantragen. Der typische Ablauf:
Der Beitrag im Einzelvertrag liegt in aller Regel deutlich über dem Gruppenbeitrag, oft um den Faktor 1,5 bis 3. Für Mitarbeitende mit Vorerkrankungen ist die Fortführung trotzdem häufig die einzige realistische Möglichkeit, den Schutz zu behalten, weil ein neuer Einzelvertrag eine Gesundheitsprüfung voraussetzen würde.
Ein oft übersehener Vorteil: Die im Gruppenvertrag verbrachte Zeit wird in der Regel auf Wartezeiten und Staffeln des Einzelvertrags angerechnet. Wer zwei Jahre versichert war, hat die üblichen Wartezeiten damit hinter sich und kann nahtlos weiter Leistungen abrufen.
Hat der neue Arbeitgeber ebenfalls eine bKV, stellt sich die Frage der privaten Fortführung oft gar nicht — der Mitarbeitende wird schlicht in den neuen Kollektivvertrag aufgenommen, wieder zu Gruppenkonditionen und in aller Regel ohne Gesundheitsprüfung.
Wer den übergeleiteten Einzelvertrag bereits abgeschlossen hat, hat je nach Versicherer drei Möglichkeiten: ihn kündigen, wenn die neue bKV denselben Bedarf abdeckt; ihn als Anwartschaft ruhen lassen, sofern der Tarif das vorsieht, um ihn später wieder aufleben zu lassen; oder ihn parallel weiterführen, wenn ein höherer Absicherungsbedarf besteht. Welche Option sinnvoll ist, hängt von der eigenen Situation und den Tarifbedingungen ab.
Auch mit dem Eintritt in den Ruhestand endet die Zugehörigkeit zum Gruppenvertrag. Die Fortführung im Einzelvertrag folgt denselben Regeln wie beim Arbeitgeberwechsel. Gerade für ältere Mitarbeitende mit Vorerkrankungen ist sie wertvoll, weil ein neuer Vertrag in diesem Alter kaum ohne Gesundheitsprüfung zu bekommen ist.
Viele Mitarbeitende vermuten, die bKV verfalle beim Arbeitgeberwechsel. Wer die Fortführung klar erklärt, nimmt diesen Einwand und stärkt die bKV in Recruiting und Bindung. Bewährt hat sich ein einseitiges Merkblatt zur Überleitung mit Frist, Ablauf und Ansprechpartner, das HR im Offboarding standardmäßig mitgibt.
Portabilität ist das Merkmal, das aus einem befristeten Benefit eine dauerhafte Absicherung machen kann. Für Arbeitgeber ist sie ein Argument in der Kommunikation — die bKV endet nicht zwangsläufig mit dem Arbeitsverhältnis. Damit das trifft, muss die Fortführung aber im Offboarding tatsächlich angesprochen werden, bevor die Frist abläuft.
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Rahmenvertrag zwischen Arbeitgeber und Versicherer, über den die Mitarbeitenden zu Gruppenkonditionen versichert werden.
Bei der Uni-Age-Kalkulation ist der Beitrag für alle versicherten Personen gleich hoch, unabhängig vom Eintrittsalter. Der Versicherer kalkuliert über die Altersstruktur der gesamten Gruppe — das vereinfacht Budgetplanung und Verwaltung erheblich und ist in der bKV weit verbreitet.
Die Beitragsbefreiung ist eine Tarifoption, bei der die Beitragszahlung in bestimmten Situationen ausgesetzt wird — etwa bei längerer Arbeitsunfähigkeit, Elternzeit, Freistellung oder Familienpflegezeit. Der Versicherungsschutz bleibt dabei bestehen.
Das Wichtigste in Kürze Deine betriebliche Krankenversicherung kostet dich nichts — den Beitrag zahlt dein Arbeitgeber. Innerhalb der monatlichen Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro bleibt der Beitrag steuer- und sozialversicherungsfrei. Weil die Leistungen netto bei dir ankommen, entsprechen 600 Euro erstattete Leistungen bei einer Abgabenquote von 30 Prozent rund 857 Euro Brutto-Gehalt im Jahr. Nicht abgerufenes Budget verfällt in der Regel am Jahresende und wird nicht ausgezahlt.
Ein Gruppenvertrag bündelt mehrere Versicherte unter einem Versicherungsvertrag mit günstigeren Konditionen. In der bKV ist der Gruppenvertrag die Standardkonstruktion: Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer, Mitarbeitende sind die versicherten Personen.
Die Gesundheitsprüfung ist die vor Vertragsabschluss übliche Abfrage von Vorerkrankungen durch den Versicherer. In bKV-Gruppenverträgen entfällt sie in der Regel — alle Mitarbeitenden sind ohne Gesundheitsfragen versicherbar, auch mit Vorerkrankungen.
Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem noch keine Leistungen erstattet werden. In modernen bKV-Budgettarifen entfällt sie meist vollständig — Mitarbeitende können das Budget ab dem ersten Versicherungstag nutzen.
Mitarbeitende können ihre bKV beim Ausscheiden in der Regel ohne neue Gesundheitsprüfung in einen Einzelvertrag beim gleichen Versicherer überführen. Die Anwartschaften bleiben erhalten, die Prämie zahlt dann der Mitarbeitende selbst. Die Frist für diese Überleitung liegt typischerweise bei 2 bis 6 Monaten nach Vertragsende.
bKV-Gruppenverträge laufen bei den meisten Versicherern mindestens zwei Versicherungsjahre, bei einigen ein Jahr; danach verlängern sie sich meist stillschweigend um jeweils ein Jahr. Gekündigt wird in der Regel mit drei Monaten Frist zum Ende des Versicherungsjahres. Ob Mitarbeitende ihren Schutz nach einer Kündigung privat fortführen können, hängt vom Versicherer ab.
Das Wichtigste in Kürze Die Kosten eines Austritts werden als Vielfaches des Jahresgehalts modelliert — einstellbar zwischen 0,25 und 2,0, voreingestellt 0,75. Darin stecken Recruiting, Einarbeitung, der Produktivitätsverlust bis zur vollen Leistungsfähigkeit der Nachbesetzung sowie Administration. Der Faktor ist eine Annahme, kein erhobener Wert — er hängt stark von Position, Branche und Nachbesetzungsdauer ab. Die Einsparung zeigt, was das Erreichen einer niedrigeren Zielquote rechnerisch bedeuten würde. Ob und wodurch sie erreicht wird, sagt der Rechner nicht.
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