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Bausteintarif

Beim Bausteintarif wählt der Arbeitgeber gezielt einzelne Leistungsbereiche aus, statt ein frei verwendbares Budget zu gewähren. Zahn, Sehhilfe, Vorsorge, stationäre Zusatzleistungen — jeder Baustein wird einzeln zugebucht und einzeln kalkuliert.

Der Unterschied zum Budgettarif

Ein Budgettarif lässt die Mitarbeitenden entscheiden, wofür das Geld eingesetzt wird. Ein Bausteintarif legt es vorab fest. Daraus ergeben sich gegenläufige Stärken:

  • Bausteintarif: präzise Steuerung, klar definierte Leistungstiefe im gewählten Bereich, häufig höhere Einzelleistungen
  • Budgettarif: Wahlfreiheit, einfachere Kommunikation, höhere Nutzungswahrscheinlichkeit über die gesamte Belegschaft

Wann ein Bausteintarif die bessere Wahl ist

Der Bausteintarif spielt seine Stärke aus, wenn ein Bedarf klar identifiziert ist und tief abgedeckt werden soll. Typische Konstellationen:

  • Eine Belegschaft mit erkennbarem Schwerpunkt, etwa hohem Zahnbedarf
  • Ergänzung einer bestehenden Versorgung, bei der nur eine Lücke geschlossen werden soll
  • Branchen mit spezifischen Belastungen, bei denen ein bestimmter Leistungsbereich überproportional gebraucht wird

Wer dagegen die gesamte Belegschaft erreichen will, stößt schnell an eine Grenze: Ein Sehhilfe-Baustein nützt niemandem, der keine Brille braucht — und ein nicht genutzter Benefit erzeugt keine Bindungswirkung.

Die Mischform

Verbreitet ist inzwischen die Kombination: ein Grundbudget zur freien Verwendung, ergänzt um ein oder zwei Bausteine mit eigener Erstattung. In vielen Tarifen sind genau das die Module für Zahn und Sehhilfe, die entweder gegen das Budget laufen oder zusätzlich erstattet werden.

Diese Frage — ob die Bausteine das Budget belasten oder daneben stehen — ist der größte Einzelunterschied zwischen sonst ähnlichen Tarifen und gehört beim Vergleich zuerst geprüft.

Worauf beim Vergleich zu achten ist

  • Welche Bausteine sind verfügbar, und lassen sie sich einzeln zubuchen?
  • Belasten sie das Gesundheitsbudget oder werden sie zusätzlich erstattet?
  • Welcher Erstattungssatz gilt je Baustein?
  • Gelten Sublimits oder Staffeln innerhalb der Bausteine?
  • Wie verändert jeder Baustein den Beitrag — und bleibt der Gesamtbeitrag unterhalb der 50-Euro-Freigrenze?

Fazit

Der Bausteintarif ist das präzisere, der Budgettarif das breitere Instrument. Wer eine konkrete Versorgungslücke schließen will, fährt mit Bausteinen besser; wer eine ganze Belegschaft erreichen will, mit einem Budget. Die Mischform aus Grundbudget und gezielten Modulen verbindet beides und ist im Markt inzwischen der Regelfall.

Verwandte Begriffe aus dem bKV Wiki

Budgettarif
Tarifform der bKV, bei der den Mitarbeitenden ein festes Jahresbudget zur freien Verwendung für Gesundheitsleistungen zur Verfügung steht.
Gesundheitsbudget
Der jährlich zur Verfügung stehende Betrag, den Mitarbeitende innerhalb eines Budgettarifs für Gesundheitsleistungen abrufen können.
Erstattungssatz
Der Erstattungssatz gibt an, welchen prozentualen Anteil einer Rechnung der Tarif übernimmt — bei Zahnersatz und Sehhilfen häufig 70, 75, 90 oder 100 Prozent. Er wirkt zusätzlich zu Budget und Sublimits und wird beim Tarifvergleich am häufigsten übersehen.
Sublimit
Ein Sublimit ist eine Betragsgrenze innerhalb eines Tarifs, die die Erstattung für einen einzelnen Leistungsbereich begrenzt — auch dann, wenn das Gesamtbudget noch nicht ausgeschöpft ist. Sublimits sind der häufigste Grund dafür, dass zwei Tarife mit gleichem Budget unterschiedlich viel leisten.
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